Marktwert Solar: 8,177 Cent im September und fast doppelt so viel wie im Vorjahr

19.10.26

Der Marktwert Solar ist im September auf 8,177 Cent je Kilowattstunde gestiegen, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Für alle, die ihren Solarstrom direkt vermarkten, ist das eine gute Nachricht. Hinter der Zahl steckt aber mehr als ein guter Monat, nämlich die Frage, wann Ihr Strom erzeugt wird und was er in diesem Moment wert ist.

Die Zahlen im Überblick

Die Werte stammen von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern, die sie monatlich auf der gemeinsamen Plattform netztransparenz.de veröffentlichen. Mit 8,177 Cent je Kilowattstunde lag der Marktwert Solar im September fast zwei Cent über dem August und erreichte nach dem Januar den zweithöchsten Stand in diesem Jahr. Im September des Vorjahres waren es 4,307 Cent.

Auch der durchschnittliche Börsenstrompreis zog deutlich an und erreichte mit 14,482 Cent je Kilowattstunde den höchsten Wert des Jahres. Der Marktwert für Windstrom an Land lag bei 10,940 Cent, für Windstrom auf See bei 11,974 Cent. Beide Werte lagen ebenfalls klar über dem Vorjahresniveau.

Was der Marktwert Solar überhaupt ist

Der Begriff klingt technischer, als er ist. Der Marktwert Solar gibt an, was eine Kilowattstunde Solarstrom im Durchschnitt eines Monats an der Strombörse eingebracht hat. Genauer: Es ist der mengengewichtete Durchschnittserlös aller Verkäufe von Solarstrom in diesem Monat.

Mengengewichtet bedeutet, dass die Stunden mit viel Erzeugung stärker ins Gewicht fallen als die mit wenig. Das macht den Unterschied zum allgemeinen Börsenstrompreis aus, der einfach den Durchschnitt über alle Stunden bildet, unabhängig davon, wie viel Solarstrom gerade erzeugt wird.

Denselben Wert gibt es auch für Wind an Land und auf See. Jede Erzeugungsart hat ihr eigenes zeitliches Muster und damit ihren eigenen Marktwert.

Wen das betrifft und wie die Marktprämie funktioniert

Unmittelbar relevant ist der Marktwert für alle, die ihren Strom in der geförderten Direktvermarktung verkaufen. Vereinfacht gesagt verkauft dabei ein Direktvermarkter den Strom an der Börse, statt dass er zu einem festen Satz vom Netzbetreiber vergütet wird. Pflicht ist dieses Modell derzeit ab einer installierten Leistung von 100 Kilowatt, also für den größeren Teil der gewerblichen Dachanlagen und für Freiflächenanlagen.

Damit die Erlöse planbar bleiben, gibt es die Marktprämie. Sie ist die Differenz zwischen dem sogenannten anzulegenden Wert, also dem im EEG festgelegten Vergütungsanspruch, und dem Marktwert des jeweiligen Monats. Liegt der Marktwert niedrig, fällt die Prämie höher aus. Steigt der Marktwert, sinkt die Prämie entsprechend.

Daraus folgt ein Punkt, der oft übersehen wird: Ein hoher Marktwert bedeutet nicht automatisch mehr Geld für jeden Betreiber, weil die Prämie gegenläufig wirkt. Interessant wird es dort, wo Erlöse oberhalb des anzulegenden Werts erzielt werden, und bei Anlagen, die ohne Förderung vermarktet werden. Für sie ist ein steigender Marktwert unmittelbar bares Geld.

Warum der Marktwert unter dem Börsenstrompreis liegt

Mit 8,177 gegenüber 14,482 Cent liegt der Marktwert Solar spürbar unter dem allgemeinen Börsenstrompreis. Der Grund ist kein Qualitätsunterschied beim Strom, sondern reine Gleichzeitigkeit. Alle Solaranlagen in Deutschland erzeugen zur selben Tageszeit, und in diesen Stunden ist viel Strom im Markt, was die Preise dämpft. Abends und nachts, wenn die Preise häufig höher liegen, speist keine Anlage ein.

Sichtbar wird das an den Stunden mit negativen Börsenstrompreisen. Im September gab es davon 35,75 Stunden, verteilt auf sechs Tage und ausschließlich tagsüber. Zur Einordnung: Ein September hat 720 Stunden, der Anteil lag also bei rund fünf Prozent.

Für Sie als Betreiber ist das die eigentlich interessante Information. Sie bedeutet nämlich, dass eine selbst verbrauchte Kilowattstunde fast immer mehr wert ist als eine verkaufte. Wer seinen Strom zur Erzeugungszeit im eigenen Gebäude nutzt, spart den vollen Bezugspreis einschließlich Netzentgelten, Abgaben und Steuern. Und wer ihn mit einem Speicher in die Abendstunden verschiebt, nutzt ihn genau dann, wenn Strom aus dem Netz am teuersten ist.

Ein Blick auf das EEG-Konto

Die Übertragungsnetzbetreiber haben zugleich die Zahlen zum EEG-Konto aktualisiert. Im September verzeichneten sie einen Überschuss von fast 750 Millionen Euro, das Guthaben stieg damit auf knapp 2,31 Milliarden Euro. Ein Grund dafür sind die hohen Börsenstrompreise, denn je mehr der Strom am Markt einbringt, desto geringer fallen die Ausgleichszahlungen aus.

Dazu passt eine Kurzstudie des Analysehauses Enervis im Auftrag des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW von Mitte Oktober. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass neu gebaute Photovoltaik- und Windkraftanlagen zusammen nur noch rund 400 Millionen Euro Förderbedarf im Jahr verursachen. Die hohen Summen im EEG stammen demnach überwiegend aus Altanlagen mit den vergleichsweise großzügigen Vergütungssätzen vergangener Jahrzehnte. Neu gebaute Anlagen sind heute so günstig, dass sie sich weitgehend am Markt tragen.

Was Sie daraus machen

Wer über eine Anlage nachdenkt oder bereits eine betreibt, steht am Ende vor zwei Rechnungen, die zusammengehören: Was bringt der eingespeiste Strom und was spart der selbst genutzte. Die erste hängt am Markt, die zweite an der Auslegung, und die zweite ist meistens die größere.

Bei der Sonnentaler GmbH schauen wir deshalb zuerst auf Ihr Verbrauchsprofil und legen Anlagengröße, Speicher, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur so aufeinander ab, dass ein möglichst großer Teil des Stroms im Gebäude bleibt. Bei gewerblichen Anlagen in der Direktvermarktung kommt die Frage hinzu, wie sich Lastspitzen und Vermarktungsmodell sinnvoll verzahnen lassen, weil dort oft der Leistungspreis die Rechnung bestimmt.

Geplant, gebaut und angeschlossen wird das bei uns im Haus, mit eigenen Elektromeistern, Monteuren und Dachdeckern und mit einem festen Ansprechpartner von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme.

Fazit

Dass sich der Marktwert Solar gegenüber dem Vorjahresmonat fast verdoppelt hat, zeigt, wie viel Bewegung derzeit im Strommarkt steckt. Zusammen mit dem wachsenden Guthaben auf dem EEG-Konto und dem geringen Förderbedarf neuer Anlagen ergibt sich ein Bild, das sich deutlich von der verbreiteten Vorstellung einer teuren Solarförderung unterscheidet.

Für Ihre eigene Anlage bleibt die wichtigste Erkenntnis aber eine andere: Was eine Kilowattstunde wert ist, entscheidet sich am Zeitpunkt. Wer Erzeugung und Verbrauch zusammenbringt, holt aus derselben Anlage mehr heraus als wer nur auf die installierte Leistung schaut. Was Sie daraus für Ihr eigenes Dach ableiten, entscheiden Sie.

Quellen

https://www.pv-magazine.de/2026/10/09/marktwert-solar-steigt-im-september-auf-8177-cent-pro-kilowattstunde/

https://www.netztransparenz.de/de-de/Erneuerbare-Energien-und-Umlagen/EEG/Transparenzanforderungen/Marktpr%C3%A4mie/Marktwert%C3%BCbersicht

https://www.pv-magazine.de/2026/10/12/studie-neue-photovoltaik-und-windkraftanlagen-verursachen-nur-noch-400-millionen-euro-foerderbedarf-jaehrlich/