Solarstrom-Rekord 2026: Deutschland übertrifft den Vorjahreswert schon im September

28.09.26

Bis zum 27. September wurden in Deutschland 90,2 Terawattstunden Solarstrom erzeugt, im gesamten vergangenen Jahr waren es 90,0. Der Rekord fällt damit fast drei Monate vor dem Jahresende. Verantwortlich sind zwei Dinge: ein ungewöhnlich sonniges Jahr und der weitere Ausbau der Photovoltaik. Interessant wird es bei der Frage, was aus dieser Strommenge tatsächlich wird.

Die Zahlen und woher sie kommen

Die Daten stammen aus den Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, einer öffentlich einsehbaren Plattform, die die deutsche Stromerzeugung laufend erfasst. Veröffentlicht hat sie der Bundesverband Solarwirtschaft, der den 27. September wegen des Höchststands zum "Solar Day" erklärt hat.

Der Abstand zum Vorjahr ist dabei überschaubar: 90,2 gegenüber 90,0 Terawattstunden. Bemerkenswert ist nicht die Differenz, sondern der Zeitpunkt. Der Wert des gesamten Jahres 2025 ist in diesem Jahr bereits Ende September erreicht, das vierte Quartal kommt vollständig obendrauf.

Was 90 Terawattstunden bedeuten

Eine Terawattstunde ist eine Milliarde Kilowattstunden. 90 Terawattstunden entsprechen damit 90 Milliarden Kilowattstunden. Zur Einordnung eine Überschlagsrechnung: Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verbraucht rund 3.000 Kilowattstunden im Jahr. Rechnerisch ließe sich mit dieser Menge also der Jahresstrombedarf von etwa 30 Millionen Haushalten decken. Gemessen am gesamten deutschen Stromverbrauch von rund 500 Terawattstunden im Jahr liegt der Solaranteil in der Größenordnung von einem Sechstel.

Getragen wird das von rund 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen, die Ende 2025 in Deutschland am Netz waren, mit einer Gesamtleistung von etwa 106 Gigawatt. Die Spannweite reicht dabei von der Zehn-Kilowatt-Anlage auf dem Einfamilienhaus, die etwa 10.000 Kilowattstunden im Jahr liefert, bis zu Freiflächenanlagen im dreistelligen Megawattbereich.

Wetter oder Ausbau, was den Rekord wirklich trägt

Hier lohnt ein genauerer Blick, denn beide Faktoren wirken zugleich. Nach Angaben des Verbands trugen sowohl ungewöhnlich viele Sonnenstunden als auch der weitere Zubau bei. Das Wetter ist dabei der volatilere Teil. Ein sonnenreiches Jahr kann den Ertrag spürbar heben, ein trübes ihn wieder drücken. Dass der Vorsprung gegenüber 2025 nur zwei Zehntel Terawattstunden beträgt, zeigt, wie eng die Sache ist.

Beim Ausbau lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Zahlen. Der jährliche Zubau ist zuletzt leicht zurückgegangen, von rund 17,4 Gigawatt im Jahr 2024 auf etwa 16,5 Gigawatt im Jahr 2025. Das Zwischenziel für 2026 von 128 Gigawatt installierter Leistung dürfte Deutschland erreichen. Für das Ziel von 215 Gigawatt bis 2030 müsste der jährliche Zubau allerdings wieder anziehen.

Warum die Erzeugung allein nicht mehr der Engpass ist

Je mehr Solarleistung installiert ist, desto weniger entscheidet die erzeugte Menge über den wirtschaftlichen Nutzen. Entscheidend wird, wann der Strom anfällt und ob er in diesem Moment gebraucht wird. An sonnigen Tagen um die Mittagszeit steht in Deutschland regelmäßig mehr Solarstrom zur Verfügung, als gleichzeitig verbraucht werden kann. Die Folge sind negative Börsenstrompreise, an denen Erzeuger für die Einspeisung faktisch zahlen, sowie Abregelungen, bei denen Anlagen heruntergefahren werden.

Für Sie als Betreiber heißt das: Der Wert einer Kilowattstunde hängt zunehmend davon ab, ob Sie sie selbst nutzen oder zeitlich verschieben können. Ein Batteriespeicher schiebt Mittagsstrom in den Abend. Eine Wärmepumpe oder eine Wallbox lässt sich in die Stunden legen, in denen die Anlage am meisten liefert. Ein Energiemanagementsystem entscheidet das automatisch, statt dass Sie danebenstehen müssen. Und wer einen dynamischen Stromtarif nutzt, kann Netzbezug gezielt in die günstigen Stunden legen.

Was der Verband fordert

Der Bundesverband Solarwirtschaft hat die Rekordmeldung mit einer Warnung verbunden. Aus Sicht des Verbands drohen durch die geplante EEG-Novelle 2027 und das sogenannte Netzpaket neue Hürden für Investitionen. Verbandschef Carsten Körnig bezeichnete den Rekord als Grund zur Freude, aber nicht als Anlass, sich zurückzulehnen.

Wie die Novelle am Ende ausfällt, ist derzeit offen. Fest steht nur, dass die Rahmenbedingungen für neue Anlagen sich ändern werden. Wenn Sie eine Investition planen, lohnt es sich daher, den jeweils aktuellen Stand zu prüfen, statt sich auf Werte aus dem Vorjahr zu verlassen.

Was Sie daraus machen

Der Rekord beschreibt, was in Deutschland insgesamt erzeugt wurde. Wirtschaftlich interessant ist für Sie aber nur der Teil, der in Ihrem eigenen Gebäude ankommt. Genau an dieser Stelle setzen wir bei der Sonnentaler GmbH an: Wir legen Anlagen nicht auf die maximale Erzeugung aus, sondern auf Ihr Verbrauchsprofil, und stimmen Speicher, Wärmepumpe, Ladeinfrastruktur und Steuerung so aufeinander ab, dass möglichst viel vom eigenen Strom im Haus bleibt. Zur Beratung gehört auch die Frage, ob sich ein dynamischer Stromtarif für Sie rechnet.

Geplant, gebaut und angeschlossen wird das bei uns im Haus, mit eigenen Elektromeistern, Monteuren und Dachdeckern und mit einem festen Ansprechpartner von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme.

Fazit

Dass Deutschland den Solarstromwert des Vorjahres schon Ende September überschritten hat, ist ein gutes Signal. Es zeigt, wie viel Leistung inzwischen auf Dächern und Freiflächen installiert ist und wie stark die Photovoltaik zur Stromversorgung beiträgt.

Zur vollständigen Einordnung gehört aber, dass der Vorsprung knapp ist, dass ein sonnenreiches Jahr mitgeholfen hat und dass der Zubau zuletzt leicht nachgelassen hat. Der nächste Fortschritt liegt deshalb weniger darin, noch mehr Strom zu erzeugen, als darin, den vorhandenen zur richtigen Zeit zu nutzen. Was Sie daraus für Ihr eigenes Dach ableiten, entscheiden Sie.

Quellen

https://www.presseportal.de/pm/15347/6359960

https://energy-charts.info

https://de.statista.com/themen/156/photovoltaik